2016 – Zeitungsberichte

Blick – Aktuell am 22.10.2016

Es ist ein Elch entsprungen!

Proben für das Familienstück mit Humor und Gefühl laufen auf Hochtouren

Düngenheim.  Am 16., 17. und 18. Dezember spielt Spielzeit Düngenheim in der Gemeindehalle in Düngenheim ein modernes Weihnachtsstück zur Einstimmung auf das Fest der Liebe und Familie. Ein Elch, der ins Wohnzimmer von Familie Wagner fällt; der Weihnachtsmann, der mit der Großmutter Likörchen trinkt; eine Großwildjägerin, die so gerne ein Elchgeweih für ihre Trophäensammlung hätte: das Stück bietet alle Elemente für ein temperamentvolles und unterhaltsames Weihnachtsspiel. Schön gezeichnete Charaktere und Situationen laden zum Schmunzeln und Lachen ein.

Aber das ist nur eine Seite dieses Familienstückes: Die Szenen zwischen Bertil, der seinen Vater vermisst, und Mister Moose, der Elch, zeigen den Tiefgang dieses Stückes und rühren den Zuschauer an. Doch gibt das Stück keine plumpen Antworten, sondern ist von einem Streifen der Hoffnung durchzogen: Denn der Weihnachtsmann erfüllt keine materiellen Wünsche, sondern nur solche, die aus tiefstem Herzen kommen. Dennoch scheint diese Hoffnung zu enden, als der Weihnachtsmann plötzlich verschwindet.

Die Proben für das moderne Weihnachtsstück der Spielzeit Düngenheim laufen auf Hochtouren
Die Proben für das moderne Weihnachtsstück der Spielzeit Düngenheim laufen auf Hochtouren

 


Rhein – Zeitung am 19.12.2016

Kuriosen Elchtest mir Bravour absolviert

Theater: Wie Mr. Moose das Leben einer Familie aufmischt, ist komisch – Düngenheimer brillieren

Bericht und Foto von Beate Offenberg

Düngenheim. Seit Generationen wird in der Weihnachtszeit immer wieder aufs Neue gerätselt: Wer oder was ist das „Ros“, das im traditionellen Weihnachtslied aus einer zarten Wurzel entspringt? Ist es die Rose, die Maria an anderer Stelle unter dem Herzen trägt? Oder handelt es sich um ein entlaufenes Ross? Mit ihrer turbulenten Weihnachtskomödie „Es ist ein Elch entsprungen“ nach dem Roman von Andreas Steinhöfel brachte die Theatergruppe Spielzeit Düngenheim eine neue, gleichlautende Theorie in die Diskussion ein: Zumindest auf der Eifeler Theaterbühne ist das Ros der sprechende Elch Mr. Moose, der eigentlich vom Weihnachtsmann als Schlitten-Testfahrer vorgesehen ist, dann aber durch urkomische Umstände vom Himmel fällt und in das Leben der Familie Wagner platzt. Dort findet er nicht nur echte Zuwendung, sondern auch Schutz vor der großwildjagenden Frau Paneke. Klar, dass man sich sofort an den Serienhelden Alf aus den achtziger Jahren erinnert fühlt, der als Außerirdischer die Familie Tanner auf den Kopf stellte. Mr. Moose aber ist kein Alien, sondern eben ein entgleister Weihnachtselch, der am liebsten eingelegte Birnen isst und dessen Chef Santa Claus zwischenzeitig in die Psychiatrie eingeliefert wird. Dass das schräge Spektakel nicht zur Klamotte verkommt, liegt an der Warmherzigkeit und großen Gefühlsstärke, mit der die Darsteller die Herzensangelegenheiten der Geschichte ausspielen. Im Kern geht es nämlich um die Sehnsucht nach familiärer Geborgenheit und Nähe. Mit Gerhard Kaiser, der auch im echten Leben eine Leidenschaft für Paarhufer hat, ist die Rolle des Elches Mr. Moose perfekt besetzt. Innig lässt er sich auf Bertil ein, dessen Kummer um die Trennung seiner Eltern dramaturgisch ansprechend erlebbar wird durch die Doppelbesetzung von Theresa Marx in der Erzählrolle und Lena Lohn als Darstellerin. Hannah Metzroth als Schwester Kiki brilliert mit intellektueller Schärfe, während ihr Vater – gespielt von Fabian Heidger, als glamouröser Dandy daherkommt. Gestärkt durch das ein oder andere Likörchen wagt sich Lea Darscheid als Großmutter Wagner zünftig und unerschrocken an den leibhaftigen Santa Claus alias Karl-Heinz Heckl heran, immer unter dem kritischen Blick der besorgten Mutter Wagner, die beherzt dargestellt wird von Melissa Lenz. Viel Temperament und Furore liefert Karin Schüller als Witwe Paneke, deren gewaltige Flinte letztendlich dem Happy End des Bühnenstücks nichts anhaben kann, denn am Ende wird alles gut: der Elch wird in den Status eines echten Weihnachts-Rentiers befördert und die Wagners finden unterm Tannenbaum endlich wieder als heile Familie zusammen.    

Mit etwas Fantasie lässt sich ein Bogen schlagen zum Urtext des Weihnachtsliedes „es ist ein Ros entsprungen“, dem der Titel des Theaterstückes ja in abgewandelter Form entliehen ist: Familie Wagner hat durch den entsprungenen Elch viele weihnachtliche Wunder erfahren, die allesamt hindeuten auf den vom Propheten Jesaja angekündigten Reis (Ros) aus der Wurzel Isatis, nämlich den Heiland Jesus Christus. Nicht zuletzt ist es der Kleine Theater-Begleitchor, der mit altvertrauten Weihnachtsliedern die Komödie immer wieder klangvoll zurückführt auf das eigentliche Weihnachtsgeschehen.

Bemerkenswert ist der „Mehrgenerationen“-Antritt der Düngenheimer Theatergruppe. Dem Regisseur Ewald Franz und seiner Assistentin Evi Emmerich gelingt es, Jugendliche und Erwachsene im Alter von 12 bis 54 Jahren zu einem stimmigen Ensemble zusammenzuführen. Der ganz besondere Erfolg aber zeigt sich darin, dass während der Premiere das gesamte Publikum in seiner bunten Zusammensetzung von sehr jung bis recht alt zwei Stunden lang erheitert und konzentriert zugleich das Stück aufmerksam und ohne jede Unruhe verfolgt. Der kraftvolle Applaus bestätigte: Spielzeit Düngenheim hat seinen Platz in der Theaterlandschaft der Region hervorragend behauptet.

 

Es ist ein Elch entsprungen – und er ist kaum zu bändigen, wie auf der Düngenheimer Theaterbühne zu sehen war. Herrliche Szenen spielten sich ab, und der Theater – Begleitchor traf dazu den richtigen Ton.

 


 

Blick – Aktuell am 23.12.2016

Ein Elch mit Wadenwickel und Weihnachtsbotschaft

Hervorragende Darsteller erfreuen mit tollem Auftritt

Bericht und Foto von Thomas Esser

Düngenheim. Über ausverkaufte Vorstellungen durften sich auch in diesem Jahr die Aktiven des Theatervereins “Spielzeit Düngenheim e.V.” freuen, denn auch ihre neue Weihnachtsaufführung lockte viele Hundert Besucher in die Gemeindehalle. Hier hatten fleißige Hände eine für das Stück treffliche Kulisse aufgebaut, die eine gesamte Hallenbreite in Anspruch nahm und das Haus nebst

Bühne in einen tollen Theaterraum verwandelte. Anspruchsvoll war dann auch die Geschichte, die sich auf der Bühne abspielte. “Es ist ein Elch entsprungen” von Andreas Steinhöfel stand diesmal auf dem Spielplan und zog schon in der ersten Szene große und kleine Zuschauer in ihren Bann. Inhaltlich handelte es sich um eine Weihnachtsgeschichte die keinesfalls die Leichtigkeit eines Märchens besaß, sondern vielmehr auf den Anspruch und den Tiefgang menschlicher Gefühle einging. Natürlich fehlten auch die märchenhaften Begleiterscheinungen und ihre Darsteller nicht, denn die gehörten als schmückendes Beiwerk zu dem liebevollen Weihnachtsstück, das kleine und große Zuschauer berührte. Mitverantwortlich dafür waren die exzellenten Laiendarsteller, die sich wortgewandt und spielerisch einmal mehr absolute Bestnoten verdienten. Da wurde jeder Monolog und jeder Dialog für die Theaterbesucher zu einem kleinen Erlebnis und man hätte im weiten Rund der Theaterhalle eine Stecknadel fallen hören können. Im Ablauf vermischten sich dann Alltag und märchenhafte Elemente zu einer wunderschönen Geschichte, die Lehrreiches, Informatives und Amüsantes gleichzeitig bot und daher auch ein Stück für die ganze Familie war.

Zur Geschichte: Da kracht ein Elch durchs Dach der Familie Wagner, landet recht unsanft auf dem Wohnzimmertisch und erhält im Anschluss nicht nur Wadenwickel um seinen verstauchten Fuß, sondern auch eine warme Unterkunft in der häuslichen Garage. Und dann gibt es auch den Weihnachtsmann, der mit der Großmutter des Hauses gerne ein Likörchen zwitschert und eine Großwildjägerin, die auf der Suche nach einem Elchgeweih für ihre Trophäensammlung ist. Im Zentrum des Stücks gibt Bertil (klasse – Lena John u. Teresa Marx) den Hauptdarsteller und erzählt den Ablauf der Geschichte in der er sich befindet. Hanna Metzroth überzeugt als seine kecke und vorlaute Schwester Kiki, während Melissa Lenz gekonnt in die schwierige Rolle der alleinerziehenden Mama Wagner schlüpft. Die gute, etwas weltfremde Oma, gibt Lea Darscheid und die Großwildjägerin Pannecke wird von Karin Schüller exzellent in Szene gesetzt. In der Rolle und dem Outfit von Santa Claus fühlt sich Karl-Heinz Heckl augenscheinlich besonders wohl, denn er überzeugt ebenso wie seine Mitstreiter auf ganzer Linie. Den von seiner Gattin geschiedenen Herrn Wagner, der späte Einsicht zum Wohl der Familie walten lässt, verkörpert Fabian Heidger, der in seinem Part jederzeit aufgeht und damit erfreut. Highlight des Stücks ist aber der Elch “Mister Moose”, hervorragend dargestellt und gespielt von Gerhard Kaiser. Zum Abschluss bleibt für alle Theaterbesucher die fromme Message: “Der Weihnachtsmann erfüllt keine materiellen Wünsche, sondern nur solche, die aus tiefstem Herzen kommen!”

Der Theaterverein „Spielzeit Düngenheim e.V.“ begeisterte in diesem Jahr mit dem Stück „Es ist ein Elch entsprungen“ von Andreas Steinhöfel.
Beim Probeflug mit Santa Claus ist Elch „Mister Moose“ aus der Flugbahn geraten, durch das Dach von Wagners gekracht und auf dem Wohnzimmertisch gelandet.
„Mister Moose“ beteuert dem ungläubigen Bertil, dass es tatsächlich einen Weihnachtsmann gibt. Schwester Kiki bringt das Ganze schriftlich zu Papier.
Irgendwie riecht es hier nach Elch. Großwildjägerin Pannecke hat Witterung aufgenommen. Sie sucht für ihre Trophäensammlung noch ein Elchgeweih.
Der Chor des Theatervereins erfreute mit bekannten Weihnachtsliedern zum Mitsingen.