Eine Hochzeitsnacht, die aus dem Ruder läuft

Theaterverein Spielzeit führt Ende September neue Komödie auf – Proben laufen auf Hochtouren

Düngenheim. Frisch vermähltes Liebespaar, Hotelzimmer, gut bestückte Minibar, Himmelbett. Klingt vielversprechend für eine unvergessliche Hochzeitsnacht. Genau eine solche wird es auch werden – und doch ganz anders als gedacht. Und vor allem ganz anders, als vom Brautpaar erhofft. Dieses sehnt sich im Anschluss an die Hochzeitsfeier nach Zweisamkeit, hat die Rechnung aber ohne ihre Gäste gemacht.

Manchmal aufdringlich, oftmals tölpelhaft, in jedem Fall aber auf komische Art und Weise sorgen sie mehr oder minder freiwillig dafür, dass die Protagonisten Eva (Lara Knauf) und Sebastian von Dorn (David Koch) in nur einer Nacht alle Facetten eines ganzen Ehelebens kennenlernen.

Das elfköpfige Ensemble des Theatervereins Spielzeit Düngenheim hat selbst sichtlich Freude an den Proben für die Komödie „Die etwas wilde Hochzeitsnacht“ von Bernd Kietzke. „Am 22., 23. Und 24. September stehen die Aufführungen an. Das bedeutet, dass das Stück nun langsam, aber sicher Endgestalt annehmen muss“, erzählt Gerhard Kaiser, der in den vergangenen Jahren auch selbst oft als Schauspieler mitwirkte, in diesem Jahr aber Regie führt und dabei von Fabian Heidger unterstützt wird. Kaiser war im Vorfeld nicht nur an der Auswahl der Komödie beteiligt, sondern hat das Stück auch ein wenig umgeschrieben. Bereits seit Anfang Mai seien die Darsteller damit beschäftigt, sich mit ihren Rollen vertraut zu machen und vor allem den Text auswendig zu lernen. „Das haben wir im Großen und Ganzen jetzt schon hinter uns. Seit vergangenem Montag ist es uns nun möglich, die ‚Hochzeitsnacht‘ von vorn bis hinten durchzuspielen“, so der Regisseur.

 Unter kritischer Beobachtung der beiden Regisseure Fabian Heidger (links) und Gerhard Kaiser (rechts) proben die Düngenheimer Schauspieler um Karl-Heinz Heckl als Vater des Bräutigams (hintere Reihe, von links), David Koch als Bräutigam Sebastian, Lara Knauf als Braut Eva und Karin Schüller als Mutter des Bräutigams.
Unter kritischer Beobachtung der beiden Regisseure Fabian Heidger (links) und Gerhard Kaiser (rechts) proben die Düngenheimer Schauspieler um Karl-Heinz Heckl als Vater des Bräutigams (hintere Reihe, von links), David Koch als Bräutigam Sebastian, Lara Knauf als Braut Eva und Karin Schüller als Mutter des Bräutigams.

Wobei dies keineswegs bedeutet, dass die Proben schon abgeschlossen sind. Der detailversessene und spürbar akribische Kaiser sieht noch in vielen Situationen Anpassungsbedarf. Meist sind es Kleinigkeiten, Details eben, die er verändert haben will. Dies tut er dann auch lautstark kund. „Lauter“, „längere Pause“ oder „mit mehr Emotionen“ ruft er während der Probe vom Regisseurspult aus immer wieder hinein. Doch aus positives, manchmal spontanes und über das Skript hinausgehendes Verhalten der Schauspieler hebt er lobend hervor. Darüber hinaus ist er zum jetzigen Zeitpunkt noch als Souffleur gefragt. Diese Aufgabe soll fortan Christel Weiler übernehmen.

Komplettiert wird das Team des Düngenheimer Theatervereins in diesem Jahr durch Ann-Katrin Schwall und Gerhard Knauf als Hannelore und Jochen Ginger (geschiedene Eltern der Braut), Karin Schüller und Karl-Heinz Heckl als Gesine und Ruprecht von Dorn (Eltern des Bräutigams), Lea Darscheid, die zugleich Vorsitzende des Vereins ist, als Pfarrer Johann Selig, Lena Lohn als Linda Lecker (neue Partnerin der Brautmutter), Johanna Müller als Heidi Hitzig (Tante der Braut), Nicole Mohr als Zimmermädchen Agathe sowie Patrizia Klasen als Brautjungfer Elli. Auffallend dabei ist, dass sich das Eifeldorf Düngenheim offenbar keine Sorgen um den Theaternachwuchs machen muss. Auch wenn das mit der Hochzeitsnacht noch nicht so reibungslos zu funktionieren scheint.